Harnwegsinfekt und Blasenentzündung
Brennen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang und trotzdem kommt nur wenig – eine Blasenentzündung ist unangenehm und meist harmlos. Es gibt aber Situationen, in denen sie das nicht ist, und wiederkehrende Infekte gehören immer genauer angesehen.
Wann Sie nicht abwarten sollten
Bei Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen in der Flanke kann der Infekt die Niere erreicht haben – das gehört umgehend behandelt. Dasselbe gilt bei Blut im Harn, in der Schwangerschaft, bei Männern mit Infektzeichen, bei Kindern, bei Diabetes, bei geschwächtem Immunsystem und wenn sich die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht bessern.
Typische Beschwerden
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang bei nur kleinen Mengen
- Krampfartiges Ziehen über dem Schambein
- Trüber oder streng riechender Harn
- Das Gefühl, die Blase nie ganz zu entleeren
Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, weil die Harnröhre kürzer ist und Keime leichter in die Blase gelangen. Bei Männern ist ein Harnwegsinfekt seltener und deshalb grundsätzlich abklärungsbedürftig – dahinter steckt öfter eine andere Ursache.
Was wir untersuchen
Ein einzelner, unkomplizierter Infekt heilt oft von selbst aus. Sobald er sich wiederholt, hartnäckig ist oder ungewöhnlich verläuft, ist die Frage nicht mehr „welches Antibiotikum", sondern „warum überhaupt":
- Harnstreifentest und Harnuntersuchung
- Bei Bedarf eine Harnkultur – sie zeigt den Keim und das passende Antibiotikum
- Ultraschall von Niere und Blase
- Restharnmessung – bleibt Harn in der Blase zurück, begünstigt das neue Infekte
- Suche nach begünstigenden Ursachen wie Steinen oder einer Abflussbehinderung
Bitte kommen Sie mit voller Blase und geben Sie vorher keinen Harn ab – für Streifentest und Kultur wird eine Harnprobe gebraucht.
Wiederkehrende Infekte
Von wiederkehrenden Harnwegsinfekten spricht man ab etwa drei Infekten im Jahr oder zwei innerhalb eines halben Jahres. Dann geht es darum, den Kreislauf zu durchbrechen, statt jedes Mal neu ein Antibiotikum zu nehmen – auch weil das Resistenzen fördert.
Je nach Ursache kommen dafür verschiedene Wege in Frage: die Behandlung einer Abflussstörung oder eines Steins, eine lokale Hormonbehandlung nach den Wechseljahren, Impfungen und Präparate zur Vorbeugung oder eine angepasste Antibiotikastrategie. Was davon sinnvoll ist, hängt vom Befund ab.
Was Sie selbst tun können
- Ausreichend trinken, damit die Blase regelmäßig durchgespült wird
- Harndrang nicht lange unterdrücken
- Nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren
- Füße und Unterleib warm halten
- Übertriebene Intimhygiene mit scharfen Seifen vermeiden
Restliches Antibiotikum aus einer früheren Verschreibung sollten Sie nicht auf eigene Faust einnehmen – es passt womöglich nicht zum Keim, und die zu kurze Einnahme fördert Resistenzen.
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei Fieber, Flankenschmerzen oder Blut im Harn warten Sie bitte nicht ab.
