Hodenschmerzen und Knoten am Hoden
Plötzliche starke Hodenschmerzen sind ein Notfall
Setzt der Schmerz schlagartig ein, ist heftig und kommen Übelkeit oder Erbrechen dazu, kann eine Hodenverdrehung (Hodentorsion) dahinterstecken. Dabei wird die Blutzufuhr abgeschnürt. Für die Rettung des Hodens bleiben nur wenige Stunden.
Fahren Sie sofort in die nächste Notaufnahme oder rufen Sie die Rettung unter 144. Warten Sie nicht auf einen Ordinationstermin und nicht ab, ob es von selbst besser wird. Das gilt besonders bei Kindern und Jugendlichen, bei denen eine Torsion am häufigsten vorkommt – auch dann, wenn der Schmerz zwischendurch nachlässt.
Nicht jeder Hodenschmerz ist ein Notfall. Beschwerden, die sich über Tage entwickeln, länger bestehen oder immer wiederkehren, gehören aber ebenso abgeklärt – ebenso wie eine Verhärtung, die gar nicht wehtut.
Was dahinterstecken kann
- Nebenhodenentzündung – Schmerz und Schwellung entwickeln sich über Stunden bis Tage, oft mit Fieber und Beschwerden beim Wasserlassen
- Hodenentzündung, etwa im Rahmen einer Mumps-Erkrankung
- Krampfader am Hoden (Varikozele) – meist links, oft ein Ziehen, das im Stehen und über den Tag zunimmt
- Wasserbruch (Hydrozele) oder eine Zyste am Nebenhoden
- Leistenbruch
- Ein Nierenstein – er kann in den Hoden ausstrahlen, obwohl der Hoden selbst gesund ist
- Verletzungen und Beschwerden nach Eingriffen, etwa nach einer Sterilisation
Weil sich diese Ursachen von außen ähnlich anfühlen können, aber völlig unterschiedlich behandelt werden, führt der Weg über den Ultraschall und nicht über das Abwarten.
Ein schmerzloser Knoten ist das wichtigere Zeichen
Das klingt widersprüchlich auf einer Seite über Schmerzen, ist aber der Punkt, auf den es ankommt: Hodenkrebs tut meistens nicht weh. Er zeigt sich typischerweise als tastbare Verhärtung, als Knoten oder als ein Hoden, der größer oder schwerer wird – ohne jede Schmerzen.
Er ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern zwischen etwa 20 und 40 Jahren und in aller Regel gut behandelbar, gerade wenn er früh entdeckt wird. Genau deshalb ist die Vorstellung „solange es nicht wehtut, ist es nichts" die gefährlichste an diesem Thema.
Tasten Sie sich gelegentlich selbst ab, am besten nach dem Duschen, wenn die Haut entspannt ist. Fällt Ihnen eine Verhärtung, ein Knoten oder eine Größenveränderung auf, lassen Sie das abklären – auch und gerade ohne Schmerzen.
Was bei der Untersuchung passiert
Die Untersuchung dauert etwa 30 bis 45 Minuten und ist schmerzfrei:
- Gespräch über Beginn, Verlauf und Art der Beschwerden
- Tastuntersuchung von Hoden, Nebenhoden und Leiste
- Ultraschall des Hodens – die entscheidende Untersuchung, sie unterscheidet die Ursachen zuverlässig
- Ultraschall von Niere und Blase, wenn ein Stein in Frage kommt
- Harnuntersuchung und Blutabnahme
- Besprechung des Befundes und des weiteren Vorgehens
Bitte kommen Sie mit voller Blase – so lassen sich Niere und Blase im selben Termin mitbeurteilen. Ergibt sich ein Befund, der einen Eingriff nötig macht, übernehmen wir die Zuweisung und die Nachsorge.
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlich einsetzenden starken Hodenschmerzen fahren Sie bitte sofort in die Notaufnahme oder rufen Sie die Rettung unter 144.
