Nieren- und Blasensteine
Harnsteine entstehen, wenn im Harn gelöste Substanzen auskristallisieren. Solange ein Stein liegen bleibt, spürt man ihn oft gar nicht. Beschwerden macht er meist erst, wenn er sich auf den Weg macht und den Harnleiter verlegt.
Eine Kolik mit Fieber ist ein Notfall
Kommen zu den Schmerzen Fieber oder Schüttelfrost, staut sich der Harn womöglich hinter dem Stein und entzündet sich – das muss sofort in ein Krankenhaus. Dasselbe gilt, wenn Sie kaum noch oder gar kein Wasser mehr lassen können oder die Schmerzen mit Schmerzmitteln nicht beherrschbar sind. Bitte rufen Sie dann die Rettung (144) oder fahren Sie in die nächste Notaufnahme, statt auf einen Ordinationstermin zu warten.
Wie sich eine Kolik anfühlt
Der Schmerz setzt typischerweise plötzlich ein, ist wellenförmig und so stark, dass Betroffene keine Position finden, in der es besser wird – anders als bei Rückenschmerzen, bei denen Stillhalten hilft. Er sitzt in der Flanke und zieht oft nach vorne unten in den Unterbauch, bei Männern bis in den Hoden. Übelkeit und Erbrechen kommen häufig dazu.
Kleine Steine gehen oft von selbst ab. Sitzt ein Stein in der Blase, äußert er sich eher durch häufigen Harndrang, einen unterbrochenen Harnstrahl oder wiederkehrende Infekte.
Abklärung in der Ordination
Nach einer überstandenen Kolik – oder bei einem zufällig entdeckten Stein – geht es darum, die Lage zu klären und einen neuen Stein zu verhindern:
- Ultraschall von Niere und Blase – zeigt Steine und einen Harnstau
- Harnuntersuchung auf Blut und Infektzeichen
- Blutabnahme, unter anderem für die Nierenwerte
- Restharnmessung und Harnstrahlmessung
- Besprechung, ob zugewartet werden kann oder ein Eingriff nötig ist
Wenn Sie einen Stein aufgefangen haben, bringen Sie ihn bitte mit. Seine Zusammensetzung bestimmt, wie sich ein neuer am besten verhindern lässt. Zum Termin bitte mit voller Blase kommen.
Behandlung und Nachsorge
Ob ein Stein von selbst abgehen kann, hängt vor allem von Größe und Lage ab. Kleinere Steine lassen sich häufig mit ausreichend Flüssigkeit, Schmerzmitteln und unterstützenden Medikamenten abwarten. Größere Steine oder solche, die den Abfluss behindern, brauchen einen Eingriff – etwa eine Stoßwellenbehandlung oder eine Spiegelung; das erfolgt im Krankenhaus, die Zuweisung und die Nachsorge übernehmen wir.
Zur Nachsorge gehört auch das Entfernen einer Harnleiterschiene, die nach einem Eingriff eingelegt wurde, sowie die Kontrolle, ob die Niere wieder frei abfließt.
Einem neuen Stein vorbeugen
Wer einmal einen Stein hatte, bekommt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit einen weiteren. Vorbeugung ist deshalb kein Nebenschauplatz:
- Viel trinken, über den Tag verteilt – der wirksamste Einzelfaktor
- Bei Hitze und beim Sport zusätzlich nachtrinken
- Wenig Salz und maßvoll tierisches Eiweiß
- Ernährungsempfehlungen richten sich nach der Steinart – pauschaler Kalziumverzicht ist meist falsch
- Regelmäßige Kontrollen, weil ein neuer Stein zunächst nichts spürbar macht
Kontrolle oder Nachsorge vereinbaren
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Termin buchenDiese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Eine akute Kolik – besonders mit Fieber – gehört nicht in die Ordination, sondern in die Notaufnahme.
